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Der Ort Groß
Machnow, 1375 erstmals
urkundlich erwähnt, ist ein
Ortsteil der Gemeinde Rangsdorf.
Auf vorwiegend
landwirtschaftlich genutzten
1600 ha leben hier circa 1300
Einwohner. Groß Machnow
verfügt über eine hervorragende
Infrastruktur. Durch seine Nähe
zur A10 und direkter Lage an der
B96 sowie umsichtiger Planungen
haben sich hier im Laufe der
vergangenen 20 Jahre
ca. 100 kleine und große
Gewerbebetriebe angesiedelt.
Dadurch sind vor Ort sehr viele
Arbeitsplätze entstanden. Das
Südringcenter sorgt für eine
umfassende Versorgung mit Gütern
des täglichen Bedarfs, die Firma
Bär & Ollenroth beschäftigt mehr
als 100 Arbeitnehmer und ist
zudem einer der größten
Steuerzahler vor Ort, außerdem
sind viele Handwerker vor Ort
tätig. Auch für
junge Familien ist unser Dorf
sehr
attraktiv. Angefangen von
Kindergarten und Tagespflege
über Grundschule, Hort und
Jugendclub sowie eine Bibliothek
und eine Mehrzweckhalle ist hier
für die Kinder und Jugendlichen
gesorgt. Die vielen
ortsansässigen Vereine locken
viele interessierte Kinder in
eine sinnvolle
Freizeitgestaltung. |
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Frank Kuhle Ortsvorsteher Groß Machnow |
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Die Ortschronik von Groß Machnow Der Ort Groß Machnow besitzt eine weitläufige Gutsanlage mit Park, die bei einer Durchfahrt dem aufmerksamen Betrachter auffällt. Manch Einer möchte Näheres darüber erfahren und legt einen Haltestopp an der Gaststätte „Zum Grünen Baum“ ein. Er erhält aber nicht nur Auskunft beim Wirt, er findet auch drei Broschüren über die Ortsgeschichte vor. Im ersten Teil wird durch Gegenüberstellung alter und neuer Fotos belegt, wie sich der Ort verändert hat. Über das Leben auf dem Bauernhof und die Entwicklung der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wird im zweiten Teil der Ortschronik berichtet. Die Veröffentlichung beider Teile in den Jahren 2002 und 2003 ermöglichte die Gemeinde Groß Machnow, deren Bürgermeister Herr Rocher die Idee zur Erarbeitung einer Dorfchronik hatte und dafür mich begeistern konnte. Durch die Unterstützung der Geschichtswerkstatt des Kulturvereins, die finanzielle Hilfe der Gemeinde Rangsdorf und einiger Sponsoren erschien 2010 der dritte Teil der Ortsgeschichte. In ihm werden Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem Gutsgelände geschildert. In Arbeit ist die vierte Broschüre, die das Lernen in der Schule und deren Entwicklung in den vergangenen 200 Jahren zum Inhalt hat. Die alteingesessenen Dorfbewohner, die durch Erlebnisberichte und Bildmaterial mithalfen, die Ortschronik zu erstellen, haben Freude beim Lesen und Betrachten der Fotos, werden doch Erinnerungen geweckt. Für die Neu-Groß Machnower sind die drei Broschüren interessant. Sie helfen aber auch, im Ort heimisch zu werden. Heidi Kansy Ortschronistin |
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![]() Die Broschüren können in der Gemeindeverwaltung Rangsdorf, in der Bibliothek und an vielen anderen Stellen in der Gemeinde für je 5€ pro Stück erworben werden. |
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Die Gemarkung von Groß Machnow setzt sich aus der Ortslage Groß Machnow, Theresenhof und Pramsdorf sowie den dazugehörigen Wald- und Feldflächen zusammen. Das entspricht ca. einer Fläche von 1600 ha, die überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Die Gemarkung ist auch durch viele landschaftliche Besonderheiten geprägt. Unseren Ort erreichen Sie mit dem Auto über den Berliner Ring (A10) Ausfahrt Rangsdorf / Berlin-Tempelhof. Sie fahren dann auf die Bundesstraße 96 in Richtung Zossen / Baruth. Nach ca. 3km erreichen Sie dann Groß Machnow. |
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Das Wappen von Groß Machnow zeigt eine Großtrappe, einen äußert seltenen Vogel, der in unserer Gemarkung noch bis vor einigen Jahren zu finden war. Darüber ist ein Schwert dargestellt. Letzteres ist Ausdruck der hohen und niederen Gerichtsbarkeit, die im Ort ausgeübt wurde.
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Die Geschichte von Groß Machnow
Erstmals 1375 im Landbuch Karls
IV. als "Magna Machnow" erwähnt,
war unser Ort als deutsches
Kolonistendorf mit 80 Hufen und
33 Kossäten das größte im Teltow
(Orte wie Mahlow und
Blankenfelde waren der
Herrschaft Groß Machnow
zugeordnet). Es besaß zu dieser
Zeit bereits eine Kirche, zwei
Windmühlen und zwei Krüge. In den letzten Jahren entstanden auf der Gemarkung mehrere Gewerbegebiete, ein großes Einkaufszentrum und neue Wohnanlagen. |
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Zeittafel |
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1375 |
Die 1. genaue Nachricht über „MAGNA MACHENOW“ verdanken wir dem Landbuch Kaiser Karl IV. aus dem Jahre 1375. Es war der größte Ort des Teltow mit 80 Hufen ( 1Hufe – 20 bis 50 Morgen ) und 32 Kossäten ( Besitzer einer Kate ). Verschiedene Bürger bezogen Hebungen. Den größten Anteil erhielten 1375 HONOW zu Berlin |
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15.JH |
Ritter von QUITZOW und Gericke von ARNIM sind Besitzer fällt dann dem Landesherren Burggraf FRIEDRICH anheim (1. Hohenzoller in der Mark ) |
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1414 |
Heinz DONNER kauft das Gut für 200 Schock böhmische Groschen |
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1443 |
wird es an Ulrich ZEUSCHEL, dem Küchenmeister des Kurfürsten Friedrich II. verkauft ( Gut Mahlow kommt dazu ) Der Sohn Ludwig ZEUSCHEL wird nach dem Tod des Vaters Besitzer Nach dessen Tod erhält der Kurfürst das Gut zurück |
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1482 |
wird das Gut für 32 000 rheinische Gulden verpfändet an Georg und Thomas QUAST. |
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1494 |
bekommt für treue Dienste Georg FLANZ das Gut als Lehnbesitz. Es bleibt im Besitz der Familie FLANZ ( während des 30-jährigen Krieges) |
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17.JH |
Die gutsherrlichen Anteile gelangen in den Besitz derer von BURGSDORFF / BORGSDORF |
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1691 |
Das Gut kommt in die Hände des Obristen Otto von SCHLABRENDORFF |
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1720 |
fallen die Besitzungen an Ewald Bogislaw SCHLABRENDORFF, den Vetter des Verstorbenen. |
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1724 |
kauft es König FRIEDRICH WILHELM I. für 52 000 Taler |
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1807/10 |
erhält Jean Simeon COSTE das Gut für geschuldete 170 000 Taler |
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1834 |
erben nach dessen Tod die Geschwister COSTE, GERN und GROPIUS den Gutsbesitz |
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1836 |
erfolgt der Verkauf des Gutes für 140 000 Taler an Kommerzienrat Louis Bacher BEREND / BEEREND |
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1838 |
wird es an Sohn Hermann Ludwig verschenkt |
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1853 |
ist die Veräußerung des Gutes an den Partikulär von OVEN. |
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1855 |
stirbt der Besitzer. Durch die neue Ehe seiner Witwe hat Freiherr von ERHARD das Gut im Besitz. |
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1876 |
erwirbt es Rittmeister von WINTERFELD- FELHOW |
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1883 |
erbt es dessen Tochter ALICE nach seinem Tod. Sie heiratet Major von SCHIERSTAEDT- DAHLEN. |
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1905 |
stirbt Alice. Von nun an bleibt es im Besitz der Familie SCHIERSTAEDT- DAHLEN. |
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1945 |
Eine Einheit der ROTEN ARMEE bewirtschaftet 520 ha des Rittergutes Groß Machnow mit dem Ziel der Versorgung der stationierten Truppen. Auch die Verwaltung der Berliner Stadtgüter hat 225 ha zur Bewirtschaftung. |
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1951 |
wird das gut mit seinen Ländereien in der sozialistischen DDR in Volkseigentum überführt. Anfang der 50er Jahre entsteht das VEG Groß Machnow |
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Die Treuhand
verwaltet das Gut mit etwa
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1996 |
kauft die Prinz zu Hohenlohe und Banghard GmbH & Co Vermittlungs-KG das Gut. Bebauungsvorschläge liegen vor. Die Gemeinde hat eigene Architekten für die Planung herangezogen. |
| 2006 | Die Ciema Bau- und Handelsgesellschaft kauft das gesamte Gut. Der Umbau eines Teils des Gutsgebäudes zur Grundschule hat begonnen. Das ist der Auftakt für die Rekonstruktion des gesamten Gutsensembles. ....... |
| 2011 |
........Die
Rekonstruktion ist fast
abgeschlossen. (weitere Informationen folgen demnächst.......) |
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Lage: Die Kirche liegt im ummauerten ehemaligen Friedhof am Nordende des Dorfangers. Baustruktur: Die Kirche ist ein vierteiliger Feldsteinbau mit Querwestturm in Schiffsbreite (6,70 x 10,80 m), relativ kurzem Schiff (10,80 x 10,80 m), eingezogenem Rechteckchor (8,05 m x 8,10 m; innen 6,10 x 7 m) und flacher Kreisbogenapsis. An der südlichen Chorseite befindet sich eine (später angebaute) Herrschaftsloge, die im Osten über die Chorlänge vorspringt. Die Kirche hat eine magnetische Abweichung von der Ost-West-Richtung von 5° nach Südosten (Oktober 1999). Mauerwerksausführung: Die Mauerwerksausführung macht einen sehr sorgfältigen Eindruck. Das Lagengefüge ist in der Apsis nahezu isodom, in Schiff und Turm pseudoisodom. Die Quader sind außen sorgfältig behauen, innerhalb der einzelnen Lagen gleichgroß und wenig ausgefugt. Im unteren Teil sind die Quader relativ klein (ca. 20/21 cm Lagenhöhe) und isodom. Etwa in 3 m Höhe ist eine auffällige Lage mit wesentlich größeren und höheren Quadern zu erkennen, die aber nur im Turm und Schiff vorkommt. Auch über dieser Lage sind die Quader größer als im unteren Bereich, nun aber nicht mehr so gleichförmig hoch. Der Ostgiebel des Schiffes ist aus Backstein gemauert. Am Südportal ist die Mauer 125 cm dick. Die Turmwände sind dicker als die Schiffswände; am Westportal wurden 175 cm Mauerstärke gemessen. Im Turm erkennt man eine Änderung in der Mauerwerksausführung etwa ab Traufhöhe Schiff. Darüber folgt noch ein Bereich mit relativ kleinen Quadern und guter Mauerwerksausführung. Dann löst sich die Lagigkeit auf, und es wurden nur noch grobe, nur außen behauene und sehr ungleichgroße Feldsteine benutzt. Die Ecken des Turms sind in diesem Bereich aus Ziegeln gemauert. Der Anbau (Herrschaftsloge) auf der Südseite zeigt eine unregelmäßige Mauerung. Die Steine sind teils Ziegel, teils Feldsteine, und sie sind ungleichgroß und nicht lagig gemauert. Auf der Westseite des Anbaus sieht man deutlich, dass der Anbau einmal aufgestockt worden ist. Die erste Phase war überwiegend in Feldstein, der aufgestockte Bereich überwiegend in Backstein (Format 27,5 x 12 x 8 cm) ausgeführt. Der untere Teil ist an den Ecken ebenfalls mit Backsteinen gemauert. Diese zeigen aber das Format 28-29 x 14 x 8.5-9. Diese Ziegel haben typische Quetschfalten, die beim Einpressen des feuchten Tons in die Form entstanden sind. Die kleine Fläche Ostwand des Schiffes auf der Nordseite der Kirche ist stark mit Efeu bewachsen. Darunter sind relativ neue Steine, die mit dünner Mörtelfuge gemauert sind (Ausbesserung von Kriegsschäden?). Die Apsis wurde wahrscheinlich um eine Steinlage erhöht. Die durchschnittliche Höhe der Quaderlagen beträgt hier 23/24 cm. Mörtel und Putze: Partiell sind noch die Reste eines Fugenputzes mit Doppelritzung zu erkennen. Die in der Wand sichtbaren Spuren des heute abgerissenen Anbaus auf der Nordseite des Chores (mit quergestelltem Satteldach) liegen deutlich über dem älteren Fugenputz. Die Herrschaftsloge auf der Südseite war offensichtlich einmal ganz verputzt. Portale und Fenster: Die Nordseite weist drei korbbogige, mit Backsteinen gemauerte Fenster auf; die Fensterumrahmungen sind z.T. verputzt. Ein kleineres korbbogiges Fenster sitzt unten zwischen westlichem Fenster und mittlerem Fenster in einem zugesetzten Portal, von dem nur die unteren Gewändesteine zu erkennen sind. Der Chor hat zwei korbbogige Fenster. Zwei eindeutig nachträglich herausgebrochene Öffnungen auf Fußbodenniveau wurden später wieder mit Ziegeln vermauert. Sie sind wohl die inneren Zugänge zu dem 1941 noch erwähnten rechteckigen Gruftanbau. Der mit Backsteinen gemauerte Bogen einer Tür ist deutlich erkennbar. Das Gewände hat das Ziegelformat 27 x 13,5 x 8 cm. Zugesetzt sind die Öffnungen mit Industrieziegeln. Die Apsis hat zwei korbbogige, sehr breite Fenster und ein vermauertes, rundbogiges Fenster (in vermutlicher Originalgröße) zwischen diesen beiden Fenstern. Der Bogen des zugesetzten Fensters besteht aus flachen und nicht besonders sorgfältig behauenen Steinen, deren Längsachse senkrecht auf dem Bogen steht. Die Maße sind: ca. 70 cm breit und 175 cm hoch; dies ergibt ein Höhen-/Breitenverhältnis von 2.5 : 1. Der Ostgiebel des Chores weist ein kreuzförmiges Fenster auf. Die Südseite des Schiffes hat ein rundbogiges Mittelportal, das ca. 170 cm hoch und 90 cm breit ist. Innen ist es segmentbogig und hat noch einen Verschlußbalken, der in eine seitliche Vertiefung geschoben werden kann. Die Bogensteine sind im Durchschnitt etwa 30 cm stark und ca. 22 cm tief. Die Rand- und Bogensteine sind ungleich stark und nicht besonders sorgfältig behauen. Weiter sind drei korbbogige Fenster (wie auf der Nordseite) vorhanden sowie ein kleines korbbogiges Fenster, das links unterhalb des westlichen Fensters sitzt. Das Westportal ist gedrückt-spitzbogig und zweimal abgetreppt (jeweils ca. 24 cm dick). Der Spitzbogen endet im obersten Leibungsstein. Die Rand- und Bogensteine sind sorgfältig behauen. Die Breite der Gewändesteine des inneren Bogen beträgt ca. 15 cm Breite, die des mittleren Bogen 17 cm und die des äußeren Bogen ca. 25 cm (jeweils von außen gesehen). Von innen ist das Portal segmentbogig und der äußere Spitzbogen schließt sich unter dem Segmentbogen. Es kann noch mit einem Balken ("Wehrbalken") verschlossen werden, der in eine seitliche röhrenförmige Vertiefung in der Wand geschoben werden kann. Knapp über dem Portal befindet sich ein sehr großes, rundbogiges Fenster, dessen untere Hälfte mit Backsteinen zugesetzt ist. Die Bogen- und Gewändesteine sind sehr sorgfältig behauen. Dieses Fenster ist möglicherweise nachträglich eingesetzt worden. Das zeigen die Reparaturspuren unterhalb des Fensters im Mauerwerk. Alternativ wäre ev. auch an einen Eingang in den Turm zu denken; eine Holztreppe müsste zu diesem Portal geführt haben. Die Größe des Bogens bzw. der Bogensteine ist jedenfalls für ein Fenster sehr ungewöhnlich. Die angebaute Herrschaftsloge weist auf der Ostseite ein korbbogiges Fenster auf, die Südseite hat zwei derartige Fenster und eine flachbogige Tür. Innenbögen: Der Verbindungsbogen zwischen Turm und Schiff ist spitzbogig. Der Triumphbogen ist beseitigt worden. Die Ecke des Chors zum Schiff hin sind abgeschrägt. Der rundbogige Apsisbogen ist sehr hoch und reicht an die Decke heran. Er macht schon einen leicht gedrückt-spitzbogigen Eindruck. Turm: Der Turm ist ein massiver Querwestturm. Er hat drei Schallfenster auf Ost- und Westseite und je ein Schallfenster auf Nord- und Südseite. Dächer: Schiff und Chor weisen gegeneinander abgetreppte Satteldächer auf, die mit Biberschwanzziegeln gedeckt sind; die Apsis hat ein Halbkegeldach. Auf der Südseite des Schiffsdaches ist eine Fledermausgaube. Die Herrschaftsloge besitzt ein senkrecht zur Chor/Schiff-Achse stehendes Walmdach, der Turm ein quer zur Kirchenachse stehendes abgewalmtes Satteldach. Die noch 1941 eingezeichnete Laterne mit Schweifhaube auf dem Turmdach ist in der Zwischenzeit abgenommen worden. Decke: Chor und Schiff haben eine einheitliche Flachdecke mit unten liegenden, längs verlaufenden Balken.
Innenausstattung: Barocke Kanzel, Hufeisenempore mit z.T. bemalten
Kassetten. Patronatsloge auf der Südseite des Chors. An den Seitenwände sind
einige Weihekreuze freigelegt worden. Über der Kanzel befindet sich ein wohl
barockes Wandgemälde. Rekonstruktion und vermutete Baugeschichte: Mitte 13. Jahrhundert: Bau von Chor und Apsis. Der Chor hatte zwei romanische Fenster, die Apsis die üblichen drei Fenster. Auf der Nordseite des Chores war das Priesterportal. Zwischen Chor und Schiff ist auf dem kleinen Stück Ostwand des Schiffes auf der Nordseite der Kirche eine Baunaht zu beobachten. Die 4-Pfarrhufen-Dotierung der Kirche deutet auf eine Stiftung der Pfarre nach 1237/8 (Merseburger Vergleich). Die Kirche dürfte damit erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen worden sein. Auch die Proportionen des (originalen) Apsisfensters (2,5 : 1) und die Ausführung des Bogens dieses Fensters deuten eher auf die Mitte des 13. Jahrhunderts hin. Der Verbindungsbogen zwischen Turm und Schiff ist ein typischer frühgotischer Verbindungsbogen. Etwa 3. Viertel 13. Jahrhundert: Bau von Schiff und Querwestturm. Das Schiff hatte ein Nord- und Südportal, der Turm ein zweimal abgetrepptes gedrückt-spitzbogiges Westportal. Etwas westlich neben dem Südportal findet sich ein außen quadratischer Ornamentstein. Er ist bereits stark verwittert, sodass das eigentliche Ornament nicht mehr zu deuten ist. Es ist kreisförmig. 14./15. Jahrhundert: Hochmauern des Turmes in zwei Phasen. 15. Jahrhundert: Anbau der südlichen Patronatsloge und der Gruft. Dieser Anbau war allerdings wesentlich flacher (Wandhöhe ca. 2.40 m über Grund), hatte ein nach Süden abfallendes Pultdach und war nach Osten vermutlich abgewalmt. Dieser Bau hatte bereits ein Mischmauerwerk aus großformatigen Ziegeln und Feldsteinen. Das Ziegelformat entspricht in der Länge und der Höhe gotischen und spätgotischen Ziegelformaten. Auffallend an diesem Anbau ist auch die Mauerstärke von ca. 80 cm. Ein "barocker" Anbau würde wohl kaum diese Mauerstärke aufweisen. Es ist denkbar, dass dieser Anbau zeitgleich mit dem Obergeschoss des Turmes ist. Dort konnte das Ziegelformat allerdings noch nicht erfasst werden. "Barock": Einbruch von korbbogigen Fenstern. Erhöhung der südlichen Herrschaftsloge, vermutlich wurde sie bereits damals mit einem querstehenden Dach ( abgewalmt ?) versehen. Nachgewiesene Umbauten und Instandsetzungen: 1699: "Turmerneuerung" und Altar. Vielleicht auch um diese Zeit auch die Erhöhung der Herrschaftsloge. 1827: Erneuerung des ursprünglich wohl rechteckigen nördlichen Gruftanbaus zu einer quadratischen Form. 1950: Es wurde die Gruft abgerissen. 1980: Restaurierung des Wandgrabmales des Otto Freiherrn v. Schlabrendorf (1650 - 1721), Entdeckung eines alten Wandgemäldes über der Kanzel. Vergleiche: Die Kirche von Groß Machnow ist am ehesten mit den Kirchenbauten in Güterfelde (jetzt nur noch zweiteilig) und Waltersdorf sowie bedingt Schönefeld zu vergleichen. Allerdings unterscheidet sich Schönefeld durch die kleineren absoluten Maße und die stärker ausgewölbte Apsis. Der Turm wurde wohl etwas später in den westlichen Teil des Schiffes eingebaut. Der Chor ist wie in Groß Machnow bereits längsrechteckig. Die Kirche in Waltersdorf ist in den absoluten Maßen eher vergleichbar, hat aber einen nahezu rechteckigen Chor und die Apsis ist ebenfalls stärker gewölbt. Die ursprüngliche Kirche in Güterfelde war kleiner und hatte einen nahezu quadratischen Chor.
Bemerkungen: In Groß Machnow lässt sich aufgrund des Lagengefüges relativ
eindeutig nachweisen, dass Chor und Apsis zeitgleich hochgezogen wurden. Schiff
und Turmbereich wurden jedoch in einem späteren Bauabschnitt gemauert,
möglicherweise sogar mit einer Bauunterbrechung . In etwa 3 m Höhe lässt sich in
den Mauern von Turm und Schiff eine Lage mit größeren Quadern beobachten, die
jedoch nicht in Chor und Apsis vorhanden ist. Unter dieser Lage mit großen
Quadern ist z.T. noch eine Ausgleichsschicht eingearbeitet.
Literatur: Fidicin (1857): Die Territorien der Mark Brandenburg Band I, S.70, Spatz (1912): Unser Teltow, Band 3, S.8-10, Schultze (1940): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375, S.102/3, Kubach & Seeger (1941): Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Mark Brandenburg, Kreis Teltow, S.91-4, Pomplun (1960): Der mittelalterliche Dorfkirchenbau auf dem Teltow, S.22/3, Piltz (1975): Kunstführer durch die DDR, S.146/7, Enders & Beck (1976): Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil IV Teltow, S.169-172, Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR (1978), S.450/1, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Bezirke Berlin/DDR und Potsdam ("Dehio") (1983), S.217-9, Waack (1993): Zur Geschichte des Kirchenbaus im Kreis Zossen, S.137/8.
Turm von der Nordwestseite
Die Kirche von der Südseite
Apsis mit zugesetztem mittlerem Fenster
kunstvolles Denkmal "Freiherr Otto von Schlabrendorff" im inneren der Kirche
Die Kirche um 1930 Quelle: Publikation von Theo Engeser und Konstanze Stehr |