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Runder Tisch berät über Wildschweine

20.10.2020

Die Gemeinde Rangsdorf ist nicht nur ein beliebter Wohnort für Menschen, sondern zunehmend auch für Wildschweine geworden. Den tierischen Mitbewohnern war am 15. Oktober ein Runder Tisch im Rathaus gewidmet. Betroffene Bürger, die Untere Jagdbehörde des Landkreises Teltow-Fläming, Jagdpächter Joachim Fetzer sowie die Gemeinde suchten gemeinsam nach Lösungen, wie es gelingen kann, dass die Wildschweine nicht mehr durch Rangsdorfer Wohngebiete spazieren.

 

Joachim Fetzer sieht eine deutliche Zunahme der Schwarzkittel. 2004 habe er insgesamt 18 Wildschweine erlegt, 2019 seien es schon 92 gewesen, so der Rangsdorfer Jagdpächter. Allerdings sei deren Bejagung, insbesondere durch eine Drückjagd, in der Gemeinde äußerst schwierig. Flächen, auf denen die Wildschweine zusammengetrieben werden könnten, sind von Wohnbebauung umschlossen. Hoher Wildwuchs behindere außerdem seine Sicht.

 

In Wohngegenden ist die Jagd zu gefährlich. Eine Kugel fliegt 5,5 Kilometer weit. Hinzu kommen auch zu nächtlicher Stunde Angler*innen und Spaziergänger*innen, die sich beispielsweise in der Zülowniederung aufhalten. Dort, aber auch am Kurpark, am Nymphensee und hinter den Netto-Märkten gibt es besonders viele Wildschweine.

 

An Seen und Kanälen bieten Schilf, Bäume und Büsche ideale Bedingungen für die Tiere. Sie mögen allerdings auch gut gewässerte Flächen vor den Grundstücken. Über Kanäle und durch unzureichend gesicherte Zäune dringen sie in Gärten ein oder spazieren über Straßen und Wege. Dass dies Anlass zur Sorge für viele Rangsdorfer*innen bietet, ist verständlich. Schrittweise soll das Problem nun gelöst werden.

 

Zunächst sollen Durchgänge an der Zülowniederung und am Kurpark verschlossen werden, die von den Wildschweinen besonders intensiv genutzt werden. Diese Maßnahme soll die Tiere daran hindern, in bewohnte Gebiete vorzudringen. Wildwuchs müsste zudem entfernt werden, was allerdings dem Naturschutz entgegensteht und deshalb abgewogen werden muss.

 

Wichtig für die Lösung des Problems sind auch die Rangsdorfer*innen selbst. Wer Gartenabfälle, Kompost, Obst und Gemüse sowie Essenreste im Wald und in Grünanlagen ablädt, sorgt für einen abwechslungsreichen Speiseplan der Wildschweine. Wer auf dem eigenen Grundstück Kompost und Mülltonnen nicht gegen Wildschweine schützt, lädt sie sogar direkt nach Hause ein. Dank ihres guten Gedächtnisses finden die Wildschweine die Futterstellen immer wieder.

 

Im Rangsdorfer Rathaus gibt es kostenlose Flyer mit praktischen Tipps und hilfreichen Informationen zum Leben mit Wildschweinen.

 

Das Ziel ist es, den Tieren in den Grünzügen einen Lebensraum zu sichern und sie aus bewohnten Gebieten zu vertreiben. Wir werden diese Thematik nur Schritt für Schritt lösen können.

 

gez. Rocher

 

Foto: © pixabay.com