Ein Festtag für das Klima
Den vielfältigen Fragen rund um Klima, Natur und Landschaft widmete sich der Rangsdorfer Klima-Tag. Im Rahmen der Jubiläums-Festtage wurde er am 17. Juli gemeinsam von der Rangsdorfer NABU-Gruppe, dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e. V. und dem Verlag Natur+Text gestaltet.
Der Tag begann mit einem Spaziergang über die Streuobstwiese hinter der Grundschule Groß Machnow und im Gutspark. Ornithologe Mirko Thüring vom Rangsdorfer Verlag Natur+Text entführte die rund 20 Teilnehmenden in die Welt der Vögel und Bäume. Mit Fernglas und Smartphone ausgestattet erkundete die Gruppe fasziniert das Kleinod.
Am Gutshaus Salve wartete um 10.30 Uhr bereits die nächste Gruppe, mehr als 20 Interessierte begleiteten Kirstin Jansen vom Landschaftspflegeverein auf einer zwölf Kilomenter langen Radtour durch die Zülowniederung zum Bahnhof Rangsdorf. Bei Zwischenstopps informierte Holger Pfeffer, Projektleiter beim Deutschen Verband für Landschaftspflege, über Ausgleichsmaßnahmen, von denen die Landwirtschaft und der Naturschutz profitieren. Die Teilnehmenden bewunderten die artenreichen Ackerrandstreifen. Allein die Agrargenossenschaft Groß Machnow hat 60 Kilometer lange bunt blühende Ränder angelegt. Die Anzahl an Insekten sei seitdem deutlich gestiegen, erläuterte Holger Pfeffer. Die Menge der Brutvögel habe sich im Zeitraum von zwölf Jahren dank dieser Maßnahmen nachweislich verdoppelt.
Die lehrreiche Radtour durch die reizvolle Landschaft rund um Rangsdorf endete am gemeinsamen Stand von NABU und Natur+Text am Bahnhof, wo mittags über die vielseitigen Aufgaben im Klima-, Natur- und Artenschutz informiert wurde.
Auf dem Gelände des Anglervereins Rangsdorfer See e.V. konnten Interessierte am Nachmittag Fledermaus- und Vogelkästen bauen. Aufgrund des Regenwetters mussten zwar einige geplante Outdoor-Aktivitäten ausfallen, dennoch konnten die zahlreichen Gäste ihr Wissen um Baum und Borke erweitern, kreativ werden, in wunderschönen Büchern zu Natur-Themen schmökern oder Insekten unter dem Mikroskop betrachten. Stefan Rothen informierte über die Seegeschichte.
Der Star an der Seepromenade war ganze fünf Wochen alt und bezauberte alle Naturfans: eine Mückenfledermaus, die genüsslich Mehlwürmer verspeiste und noch so lange in menschlicher Obhut bleibt, bis ihr Flügel geheilt ist und sie mit ihren Artgenossen über Rangsdorf fliegen kann.
In die Kulturscheune luden Studierende der Hochschule der Medien Stuttgart zur Diskussionsrunde zum Thema „Müll im Wald – wie schützen wir den Natur- und Erholungsraum am See?“ ein. Gemeinsam mit dem Bürgermeister, dem Anglerverein, dem Landwirtschaftsamt und dem Forstamt kamen die Studentinnen ins Gespräch über die Nutzung, die Herausforderungen und die Zukunft des Rangsdorfer Sees und Waldes. Das Publikum brachte dabei eigene Fragen und Perspektiven ein, um nachhaltige Lösungen zu finden.
Die Studentinnen begleiteten auch die abschließende Wanderung entlang der Krummen Lanke. Bei interaktiven Fragerunden stellten sie das Wissen der 25 Teilnehmenden auf die Probe. Markus Mohn vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg informierte bei dem 90-minütigen Streifzug über Entstehung, Zustand, Pflege und Bewirtschaftung des Waldes.
An dem Erfolg des Klima-Tags waren viele Akteur*innen beteiligt, denen wir herzlich für das großartige Engagement und die tolle Organisation danken.
gez. Rocher
Bild zur Meldung: © Gemeinde Rangsdorf - AL22